Q&A – 5 Tipps für erfolgreiche Diskussionen in der Gruppe

Die Kunst Gruppendiskussionen effektiv zu gestalten

von Nicole in March

Nach einem Vortrag, in jedem Meeting und in der Universität – erfolgreiche Gruppendiskussionen sind wichtig, um Ideen auszutauschen und die richtigen Entscheidungen zu treffen. So können alle noch offenen Themen adressiert werden und der Beitrag von jedem Teilnehmer einbezogen werde. Bei Diskussionsrunden schwingen Emotionen sehr oft mit und führen dazu, dass die vor kurzem noch entspannte Fragerunde eskaliert. Besonders wenn zwei konkurrierende Meinungen aufeinandertreffen, ist es oft hoffnungslos, noch zu einem gemeinsamen Kompromiss zu gelangen. Daher sollte der Diskussionsleiter seine Leadership-Position einnehmen und die gruppe durch die Diskussion führen. Diese 5 Tipps helfen dabei, heil durch jede Diskussionsrunde zu kommen.


Die richtige Vorbereitung

Der Vortrag ist vorbei, jetzt folgt nur noch die Diskussionsrunde. Doch diese stellt oftmals den elementar wichtigsten Teil dar. Eine entsprechende Vorbereitung ist dazu wichtig, um diese vital aber dennoch ruhig zu gestalten. Gerade bei öffentlichen Vorträgen im Event-Bereich weiß man nie, welche Fragen aus dem Publikum kommen. Das macht es umso schwerer, diese vorzubereiten. Genau aus dem Grund sollte man durchspielen, wie es ist in den Schuhen von jemand anders zu stecken. Welche Fragen könnten dabei aufkommen? Welche technischen Probleme wird es geben? Was kann man tun, wenn die Situation eskaliert? Ist es klug, Fragen zu ignorieren? Umso besser der Referent sein Publikum und die Teilnehmer an der Diskussionsrunde kennt, umso effizienter können Diskussionen durchgeführt werden. Desto mehr Struktur dabei hineingebracht werden kann, desto eher wird dies zum Erfolg. Selbstvertrauen und Selbstkontrolle sind dabei zwei der wichtigsten Schlagwörter, die von allen Teilnehmern beherzigt werden sollten.


Die richtigen Fragen

“Gibt es irgendwelche Fragen?” Dieses Konzept startet meistens die Diskussionsrunde. Gerade am Anfang kommt es oft vor, dass niemand Fragen stellt und die Diskussion zu einem Fiasko werden kann. Manchmal gibt es niemanden im Publikum, der den ersten Schritt wagen möchte. Daher sollte man bereits in dem Vortrag darauf Wert legen, das Publikum miteinzubeziehen. Wichtig ist auch, kurz zu erklären, dass Fragen willkommen sind aber stets spezifisch und wertfrei gestellt werden sollten. Wenn es noch immer keine Fragen gibt, kann ruhig der Referent den Spieß umdrehen und selbst mit der ersten Frage beginnen. Die erste Frage ist für den weiteren Verlauf des Gesprächs oft ausschlaggeben. Im Idealfall ist diese interessant, aber nicht zu emotional. Umso mehr Emotionen, desto schneller wird sich der emotionale Part aufschaukeln und zu einer unkontrollierbaren Fragerunde ausarten. Der Moderator muss dafür sorgen, Emotionen in einem Gleichgewicht zu halten und das Publikum aufzufordern, teilzunehmen ohne die eigene, subjektive Auffassung zu sehr herausgefordert zu sehen. Rein neutrale Diskussionen hingegen können oftmals langweilig werden und sollten mit ein paar provokativeren Fragen belebt werden.


Die richtige Führungsrolle

Normalerweise wird der Referent es sein, der die Moderation übernimmt. Gibt es hingegen einen Moderator, der durch den Abend führt, ist dieser meist die Person, welch Fragen auswählt. Beide Personen haben meistens schon eine Beziehung zum Publikum aufgebaut und können somit schon vorab einen Einfluss auf die Diskussionsrunde haben. Bei der Auswahl kann es auch hilfreich sein, digitale Präsentationstools wie Beamium zu benützen, umso die schriftlich übermittelten Fragen zu besprechen. Mit dem eigenen Smartphone können die Teilnehmer so Fragen stellen (was tendenziell zu mehr Beiträgen führen wird) und der Moderator kann auswählen, welche dieser Fragen er vorlesen möchte. Ein gekonnter Moderator wird des Weiteren einen Plan haben, wie er durch die Diskussion führen möchte und an welchen Stellen er Emotionen entsprechend erhöhen oder rausnehmen wird. Richtig zuhören ist dabei für ihn, ebenso wie für die Teilnehmer der Diskussionsrunde, wichtig, um auf die Argumente der anderen Parteien einzugehen.



Das richtige Zeitmanagement

Viele Referenten überziehen den eigenen Vortrag und haben auch bei der anschließenden Diskussionsrunde kein Gefühl dafür, wie sie in der Zeit liegen. Damit die Limits nicht überschritten werden ist es zu empfehlen, von vornherein festzulegen wie viele Fragen es geben wird. Um eine sinnvolle Anzahl an Fragen zu ermöglichen, sollte auch die Antwortzeit beschränkt werden, damit nicht jede Antwort zu einem neuen Vortrag wird. Die Diskussionsteilnehmer sollten dabei ungefähr die gleiche Zeit zugeteilt bekommen, damit jeder die Möglichkeit hat, seine Position zu verteidigen. Wird der Inhalt der Fragerunde zu spezifisch, sollte dieser vom Moderator wieder breiter gefasst werden. Sonst kann es passieren, dass sich ein Teil des Publikums langweilt. Ebenso ist die Diskussionsrunde zu einem Thema nicht der Zeitpunkt, grundlegende menschliche Ansichten zu diskutieren. Daher kann es sinnvoll sein, zurück zum Thema zu kommen bzw. darauf hinzuweisen.


Der richtige Umgang mit Konflikten

Konflikte gehören zu Diskussionen fast ebenso wie Fragen. Eine Meinung trifft die anderen und manche führt das Aufeinandertreffen zu einer Eskalation. Hier ist es fundamental, die richtige Balance zwischen Emotionen und neutralen Argumenten zu finden. Eine ganz konfliktfreie Diskussion wird kein Publikum begeistern. Es ist daher ratsam, subjektive Argumente bis zu einem gewissen Grad zuzulassen und in geringem Maß sogar zu fördern. Dabei ist wichtig, dass Personen nie persönlich angegriffen werden und sich im Nachgang noch ins Gesicht schauen können. Ein professioneller Umgang mit entgegengesetzten Meinungen ist essentiell. Konflikte zwischen zwei Parteien, welche schon im Vorhinein bestanden, sollten nicht vor dem Publikum ausgetragen werde. Hier hilft es oft, wenn man das Publikum zwischendurch befragt und deren Argumente miteinbezieht.


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Autor: Nicole Bildnicole