Empathie: Mit einfühlsamer Kommunikation zu mehr Erfolg

Mit man mit einfühlsamer Kommunikation und mehr Empathie erfolgreicher im Berufsleben sein kann

von Caro in March

Das Konzept der Empathie spielt weiterhin eine immer größer werdende Rolle im Geschäftsleben, viel mehr noch als im privaten Leben. Einfühlungsvermögen zu beweisen und die Gefühle des Anderen zu verstehen sind wichtig, ebenso wichtig wir analytisches Denken und Intelligenz um sich im Unternehmen zu etablieren. Die menschlichen Verbindungen und sozialen Interaktionen im Unternehmen sind dabei nämlich ebenso wichtig wie das Miteinander im privaten Bereich. Schließlich verbringt man den Großteil seiner Zeit im Unternehmensumfeld. Das Verhältnis ist jedoch anders als gegenüber Freunden und Familie, mit denen man offen und ehrlich reden kann und welche man sich, zumindest bei Freunden, selbst ausgesucht hat. Im Unternehmen hingegen ist es wichtig, stets professionell zu agieren und dennoch den menschlichen Kontakt nicht zu verlieren. Teams sind dabei soziale Einheiten der Organisation, welche oft für viele Jahre miteinander arbeiten und daher sich in das jeweils andere Teammitglied hineinversetzen können sollten.


“People like to make others feel better, when they’re given the freedom to act voluntarily” (Brüggemeier, 2010). Das wichtige Wort ist hier “freiwillig”. Empathie heißt nämlich nicht, alles akzeptieren so wie es kommt, sondern sich freiwillig in andere hineinzuversetzen und ohne irgendwelche Vorteile deren Interesse über das eigene zu stellen. Menschen mit hohem Einfühlungsvermögen haben daher eine besonders gute Fähigkeit, andere zu beobachten und deren Gefühle zu verstehen. Sie können auch bewerten, ob ihr eigenes Handeln aus besonderen Interessen stattfindet, oder wirklich freiwillig, zu Gunsten anderer Personen. Empathie kann daher grundsätzlich nur dann entstehen, wenn man sich die Gefühle anderer selbst vor Augen führen kann. Die folgenden Tipps sollen dabei helfen, die eigene Empathie zu stärken und emotionale Intelligenz als wichtigen Bestandteil unserer Fähigkeiten wahrzunehmen.


Tipps für mehr Empathie


Aktives Zuhören als Technik

Es mag zwar einfach klingen, ist aber schwerer als manch einer es realisieren möchte. Wenn man viel Zeit mit Kollegen, Kunden und Geschäftspartnern verbringt, verwendet man viel Energie für Interaktionen. Dem anderen dabei eine Möglichkeit zu geben, seinen Standpunkt klar zu machen und sich aktiv darauf einzubringen, ist nicht immer leicht. Man merkt schnell, als Außenstehender, ob sich jemand wirklich für den anderen interessiert, oder nur seine eigenen Interessen durchsetzen möchte. Speziell bei Kommunikationsformen über Distanz ist es wichtig, Kommunikationsformen zu wählen, welche interaktiven Austausch zwischen den Teilnehmern ermöglichen. Durch interaktives, durch Zuhören getriebenes Kommunizieren lassen sich nämlich die Situationen des Gegenübers besser verstehen und gleichzeitig solidarische Bünde knüpfen. Aktives Zuhören ist daher beim täglichen Small-Talk genauso wichtig wie im Strategie-Meeting der Geschäftsführung.


Fragen stellen

Aktives Zuhören ist der erste Schritt zu mehr Empathie, aber ebenso wichtig ist es, die richtigen Fragen zu stellen. Nur wer sich in die Lage der anderen Person wirklich hineinversetzen kann wird es schaffen, Fragen zu stellen die über die oberflächliche Kommunikation hinausgehen. Das ist beim Bewerbungsgespräch ebenso relevant wie beim Café-Klatsch. Durch Fragen zeigt man nämlich, dass man die andere Person wirklich versteht und Anteil an deren Problemen haben möchte. Unser Tipp dazu: beim Fragen sollte man den Namen des anderen erwähnen, umso ein persönlicheres Feeling zu erzeugen.



Die Perspektive wechseln

Ein wichtiger Bestanteil der Empathie ist es, sich selbst in die Schuhe anderer Personen zu setzen. Die Welt aus anderen Perspektiven kennenzulernen kann uns dabei helfen, sich selbst und sein Gefühl über gewisse Themen zu überdenken. Es macht einen großen Unterschied, aus welcher Perspektive man Themen beurteilt. Die Flüchtlingskrise in Europa mag aus Ihrer Sicht gut oder schlecht sein, aus der Sicht eines Flüchtlings ergibt sich hier aber ein ganz anderes Bild. Indem man sich bewusst wird, dass es nicht nur die eigene Persönlichkeit gibt, sondern auch Personen mit anderen Meinungen, Charakteren und Erfahrungen hilft dabei, sich selbst ans menschliches Wesen neu zu entdecken.


Beobachten der Umgebung

In der stressigen Zeit des 21. Jahrhunderts bleibt es leider oft auf der Strecke, einen Moment Inne zu halten. Einfach zu überlegen, was im Hier und Jetzt eigentlich geschieht. Warum man gerade hier mit seinem Café steht und au die U-Bahn wartet. Den eigenen Arbeitsplatz, die eigene Umgebung und die Mitmenschen bewusst wahrzunehmen hilft enorm, sich in andere Situation einfühlen zu können. Fühlt man sich wohl in der aktuellen Situation? Und wie fühlen sich andere in derselben Situation? Durch das Beobachten, und das “Spiegeln” anderer Personen kann man so die Empathie stärken.  


Empathie in großen Gruppen

Empathie spielt auch im Präsentationsbereich eine wichtige Rolle. Sich in die Rolle des Publikums hineinzuversetzen, sowohl emotional als auch intellektuell, hilft enorm dabei, dessen Interessen zu verstehen. Hier ist es schwerer, die Tipps des aktiven Zuhörens anzuwenden. Man spricht sehr lange alleine und muss trotzdem darauf achten, wie sich das Publikum verhält. Wenn es auch noch so kleine Signale sind, helfen uns diese, eine bessere Präsentation zu machen. “Tell personal stories with conviction and describe not just what people did, but how they felt” (Duarte, 2012). Das klingt einfach, setzt aber voraus, dass man sich wirklich in andere Personen hineinversetzen kann.


Ist Empathie angeboren, oder kann man diese lernen? Es gibt Menschen, bei denen man das Gefühl hat, dass diese schon immer mit Einfühlungsvermögen gesegnet sind. Aber auch diese mussten erst über die Zeit – selbst wenn es schon in der frühen Kindheit gewesen sein sollte – lernen, sich in die Situation anderer hineinzuversetzen. Daher ist es nie zu spät, an der eigenen Empathie zu arbeiten. Es bedarf keiner spezifischen Situation, um mit Selbstreflektion zu beginnen. Wir begegnen Menschen im Berufsleben, im privaten Bereich und selbst am Weg zur Arbeit. Man sollte sich dessen immer bewusst sein, wenn man gerade wieder dabei ist, in Gedanken verloren durch die Stadt zu gehen. Behalten Sie sich immer im Kopf, dass ein Tag voll mit Einfühlungsvermögen nicht nur unsere Mitmenschen, sondern auch uns selbst fröhlicher machen kann. Mehr Empathie, mehr Glück und ein ausgeglichenes Leben sind das Ergebnis, woran man sich dann täglich erfreuen kann.


Source: Beate Brüggemeier, Wertschätzende Kommunikation im Business (“Appreciative communication in Business”), 2010 HBR Guide to Persuasive Presentations, Nancy Duarte, 2012


Image Source: ©unsplash.com/@colehutson


Autor: Caro Caro