5 Tipps für besseres Präsentieren

Die Kunst des Vortragens

von Nicole in March

Jeder, der bereits vor einem größeren Publikum gesprochen hat weiß, wie schwer es ist die Aufmerksamkeit der Zuhörer über den gesamten Zeitraum aufrecht zu halten. Rhetorik, die Kunst des Sprechens, ist bereits viele Jahrhunderter alt. Heutzutage begegnen Vortragenden den nahezu selben Problemen wie damals: Wie kann ich Eindruck bei meinen Zuhörern hinterlassen? Wie schaffe ich es, mein Thema informativ und trotzdem unterhaltsam zu präsentieren? Wie halt ich das Publikum bei Laune? Kein Wunder, dass aufgrund dieser Probleme Nervosität und Unsicherheit oft Hand in Hand gehen bei Präsentationen. Mit diesen 5 Tipps ist es jeden möglich, erfolgreiche Vorträge zu halten.


1. Das Publikum verstehen

Ob man es schafft, das Publikum mit dem Vortrag zu überzeugen oder nicht, hängt primär davon ab, ob man sich in deren Position reinversetzen kann. Jedes Publikum ist dabei individuell und sollte auf eben diese Art und Weise angesprochen werden. “Stellen Sie sich vor, als würden diese einzelnen Menschen in einer Reihe stehen und darauf warten, mit Ihnen eine Konversation zu führen“ (Duarte, 2012). Ein Vortrag im Bereich Medienwissenschaften ist dabei anders, als ein internationaler Vortrag zum Weltklimawandel. Hintergrund des Publikums, Bildung, Alter und Interessen sind wichtige Faktoren, die jeder Sprecher dabei im Auge behalten sollte. Umso unkonventioneller die Einführung ist, desto eher wird man die Aufmerksamkeit des Publikums in den ersten Minuten haben. Wenn man das Publikum unterhält, an Stelle eines Intensivvortrages, kann man sicher sein, dass die Aufmerksamkeitsspanne für einen längeren Zeitraum anhält. Außerdem werden Speaker, welche zeigen, dass Sie sich in die Position des Publikums hineinversetzt haben, eher die Aufmerksamkeit des Publikums bekommen, als Vortragende, welche keinen Wert auf Publikumsnähe legen.



2. Die richtigen Worte finden

Die richtigen Worte finden kann sehr schwer sein, das kennen wir aus vielen Alltagssituationen. Aber wenn es zum öffentlichen Vortrag kommt, ist die richtige Wahl der Wörter noch relevanter. Daher ist es wichtig, seine eigene Sprache täglich zu trainieren, sodass man in der Vortragssituation nicht überfordert ist. Vor eine Publikum sollte man sich dabei stets wohl fühlen im Sprechen – keiner kann jemanden zuhören, wenn dieser zwei Stunden lang spricht, als würde er aus einem Textbuch vorlesen. Viele Fehler, welche man in öffentlichen Vorträgen vermeiden sollte, fallen im Alltag oftmals weniger auf. Zu viele Füllwörter zu verwenden, eine eigenartige Gestik, komplizierte Sätze – in Vorträgen fallen diese Themen besonders auf. Die Kunst zu überzeugen liegt in der Fähigkeit, komplexe Ideen, Fakten und Themen auf einfache, kreative und verständliche Weise zu präsentieren. Dass man sich kurz verspricht, kann dabei selbst den erfahrensten Referenten passieren und wird oftmals als sympathisch vom Publikum wahrgenommen. Kleinere Fehler sind daher kein Problem und durchaus gestattet. Als Zuhörer fühlt man sich sogar eher zu jemandem nahe, der (ebenso wie man selbst) kleinere Fehler macht, als zu jemanden, der völlig makellos rüberkommt.


3. Die Stimme gezielt einsetzen

Stimmtraining ist sicherlich eines der am meist unterschätzten Instrumente der Rhetorik. Allerdings kennt jeder, der schon mal einen Vortrag über mindestens eine Stunde gehalten hat, das Problem, der plötzlich zitternden Stimme. Unsere Stimmbänder sind oftmals nicht genug trainiert, um einige Stunden lang fast durchgehend zu sprechen. Dazu kommt dann noch die Aufregung und Nervosität, welche die eigene Stimme schwach erscheinen lassen. Eine gute Präsentation beginnt daher mit der richtigen Atemtechnik – jemand der diese Kunst beherrscht, wird auch besser vortragen können. Wichtig: vergessen Sie dabei nicht, dass auch das Ausatmen von Bedeutung ist. Um auch währen dem Vortrag richtig zu atmen, macht es durchaus Sinn, Pausen zwischen den Sätzen einzulegen. Im wahrsten Sinne des Wortes handelt es sich dabei um Atempausen. Stimmvolumen, Stimmhöhe und Artikulationsfähigkeit sind ebenso wichtige Faktoren, um die Aufmerksamkeit des Publikums zu halten. Wenn man hingegen mit einer zu leisen Stimme spricht, ist es oft schwer für die Zuhörer, dem Vortrag lange genug zu folgen. Eine klare Aussprache sollte daher ebenso elementarer Bestandteil des Trainings sein.


4. Emotionen hervorrufen

Die Kunst des Sprechens geht nicht umsonst Jahrhunderte zurück. Mittels Ansprachen haben wichtige Personen schon vor langer Zeit um die Gunst der Zuhörer, Mitmenschen oder Wähler gebuhlt. Während einige Sprecher diese erfolgreicher tun als andere, kann man seine eigenen Fähigkeiten jedenfalls trainieren. Das Publikum findet Präsentierende dann interessant, wenn es sich mit diesem identifizieren kann. Emotionen spielen dabei eine wichtige Rolle. Diese richtige einzubeziehen, ohne dabei unprofessionell zu wirken, bedarf ein paar Tricks. Es ist dabei durchaus empfehlenswert, Beispiele aus dem eigenen Leben zu erzählen. Dadurch kann eine Brücke zum Publikum aufgebaut werden. Auch rhetorische Fragen können dazu beitragen, die Verbindung zum Publikum zu vertiefen. Was man auch zu oft vergisst, ist der Humor! Lachen ist erlaubt. Es ist nicht nur gestattet, sondern eine tolle Möglichkeit, um positive Emotionen auf die Zuhörer zu übertragen.


5. Den eigenen Körper sprechen lassen

Sogar der beste Inhalt wirkt farblos, wenn dieser nicht überzeugend präsentiert wird. Um dies zu gewährleisten, ist eine wichtige Körperhaltung und Ausstrahlung ausschlaggebend. Niemand hört einem Sprecher gerne zu, der in sich hineinspricht und in der Ecke des Raumes steht. Jemand der hingegen in der Mitte, voller Selbstvertrauen spricht, wird das Publikum eher faszinieren. “Menschen lesen die Körpersprache und entscheiden dann, ob Sie Ihnen und Ihrer Expertise vertrauen können” (Duarte, 2012). Bewegungen sollten dabei flüssig sein, aber nicht übereilt. Allgemein ist es vorteilhaft, sich etwas mehr auf der Bühne zu bewegen und dadurch freier zu fühlen. Ein weiteres, oft diskutiertes Thema ist die richtige Handhaltung. Wichtig ist es, ruhig zu bleiben und nicht zu unnatürlich zu wirken. Dabei kann es helfen, einen Stift oder sonstigen Gegenstand zu halten, wenn man sich andernfalls unwohl fühlt. Aggressive Gesten hingegen sollten auf jeden Fall vermieden werden. Am besten ist es, wenn die eigenen Gesten den Inhalt der Präsentation wiederspiegeln. Präsentiert man beispielsweise Aufzählungen, können diese mit der Hand verfolgt werden. Auch beim Vergleich von Argumenten ist es möglich, mit der Körpersprache zu unterstützen. Wichtig ist dabei, dass man sich stets wohl fühlt und nicht versucht, jemand anders (beispielsweise einen berühmten Sprecher) zu imitieren. Am Ende hilft nur eines: üben, üben, üben.


Sources: HBR Guide to Persuasive Presentations, Nancy Duarte, 2012


Autor: Nicole Bildnicole